Mr. Dowland's Midnight
An den Mond
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 


Universal / Philips 461 943-2       

MARTINA WOLTHAT, BASLER ZEITUNG, 24. APRIL 2002.

"In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts hatte sich die Laute zum beliebtesten Instrument entwickelt - jedenfalls "von denen, die man herumtragen kann", wie der Engländer John Dowland präzisierte. Dowlands Lautenstücke wurden schon zu seinen Lebzeiten für andere Instrumente bearbeitet. Sie waren in ganz Europa weit verbreitet. Dass zum Beispiel ein Spanier sie zwischen die Finger bekam und auf der Gitarre spielte, lag also durchaus im Bereich des Möglichen. Dieser Spur folgte der Basler Gitarrist Christoph Denoth auf der stimmungsvollen, im Klang makellosen CD "Mister Dowland's Midnight". Denoth passt Dowlands Stücke feinfühlig der Gitarre an, die Eigenart der Musik bleibt unverkennbar erhalten. Die Tongebung ist nuancenreich, das Spiel hat räumliche Tiefe. […]"

 

PAR/ VON ANTONIN SCHERRER, REVEIL CULTUREL 2003

[...] Die Musik von John Dowland, interpretiert vom Schweizer Gitarristen Christoph Denoth auf seinem neuen, bei Philips erschienenen Album, erinnert in vielem an dieses Paradox. Von "Melancholy Gaillard" bis "What If A Day" stösst man auf alles und nichts, wie im Leben des englischen Musikers: Immer hin und her gerissen zwischen Frohsinn und wehmütigem Weltschmerz. Merkwürdig und doch betörend. Seines Zeichens Schüler des grossen Pepe Romero entfaltet Christoph Denoth hier eine so reiche Palette an Emotionen, dass ihm sein Entschluss, Dowland mit der Gitarre zu interpretieren, sofort Glaubwürdigkeit verschafft. Das Resultat entfernt sich natürlich sehr weit vom Klang der Laute, für die diese Stücke ursprünglich geschrieben wurden. Gleichzeitig ist ja nicht unbekannt, dass sie sogar zu Lebzeiten Dowlands umgeschrieben wurden - für Cembalo, Viola da Gamba und vor allem für Instrumentalensembles - und dass diese "Modifizierung" zeitgenössischer Werke in eine andere Instrumentenbesetzung damals weitaus gängigere Praxis war als heute und auch entsprechend gewürdigt wurde. Mit dieser Einstellung hat sich der Basler Gitarrist denn auch diesem Programm gewidmet, dem im Wesentlichen die Manuskripte von Cambridge und Oxford zu Grunde liegen. Eine Interpretation, die, wenn sie per definitionem den Ursprüngen treu bleibt, ein neues Licht auf das Werk Dowlands wirft, und dies einerseits der Reinheit der klassischen Gitarre und andererseits des persönlichen Touchs des Künstlers wegen, der, inspiriert von der Partitur, seiner Fantasie in zahlreichen Variationen freien Lauf lässt. Man wird nie müde, geheimnisvolle Musik (wieder) zu entdecken!"